Hochzeitsfotografie leicht gemacht

Fototipp

#16

Ihre Freunde und Verwandten wissen, dass Sie stolzer Besitzer einer Spiegelreflexkamera (DSLR) oder einer anderen Kompakt Kamera sind und im besten Fall auch noch ziemlich gut damit umgehen können? Dann stehen die Chancen ziemlich gut, dass Sie gefragt werden, ob Sie das Hochzeitspaar am großen Tag mit der Kamera begleiten und die Rolle des Hochzeitsfotografen übernehmen können. Doch eine Hochzeit zu fotografieren ist nicht einfach. Die Erwartungen an die Qualität der Bilder sind gerade bei dem hoffentlich einmaligen Ereignis besonders hoch. Für alle, die sich zutrauen, den Ansprüchen des angehenden Ehepaars gerecht zu werden, haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, die dabei helfen sollen, die häufigsten Fehler zu vermeiden, damit Sie auch nachher wirklich die bestmöglichen Fotos in der Hand halten.

Tipp 1: Das Equipment

Hochzeitspaar

Das Wichtigste ist die Vorbereitung. Machen Sie sich Gedanken darüber, was alles in Ihre Kameratasche gehört. Sie besitzen mehrere hochwertige Kameras? Perfekt! In diesem Fall sollten Sie Kamera Nummer zwei definitiv als Backup Kamera im Gepäck haben, denn Technik neigt leider manchmal dazu genau dann zu versagen, wenn man sie am dringendsten benötigt. Packen Sie außerdem Ersatz-Akkus, eine Auswahl an verschiedenen Objektiven sowie ein oder mehrere Blitzlichter ein, damit Sie für alle Situationen gewappnet sind. Zusätzlich empfiehlt es sich, sich vor dem eigentlichen großen Tag noch einmal eingehend mit der Kamera zu beschäftigen und Einstellungen auszuprobieren, so dass Sie bereits vorab wissen, welche Kameraeinstellung die jeweils richtige für Ihr Motiv ist.

Tipp 2: Die richtige Einstellung Ihrer Kamera

Verteilung der Tonwerte in der Belichtungskorrektur

Das Hochzeitskleid ist das wichtigste Accessoire der Braut und gleichzeitig auch das am schwierigsten abzulichtende. Es kann es zum echten Alptraum werden, vor allem dann, wenn das Bild überbelichtet ist und man statt filigranen Details nur noch eine einförmige, weiße Masse sieht.

Um das zu vermeiden, sollten Sie auf alle Fälle eine Belichtungskorrektur vornehmen. Bei jeder hochwertigen Kamera können Sie die Helligkeit über die „+/-“ Taste stufenweise einstellen. Wichtige Informationen liefert auch das Histogramm. Es zeigt die Verteilung der Tonwerte an. Auf der linken Seite finden Sie die Schatten – auf der rechten Seite Ihres Displays sehen Sie die Helligkeit. Ist der Graph sehr hoch bedeutet dies, dass dieser Tonwert im Bild vorherrscht. Zeigt der Graph einen niedrigen Ausschlag an, so ist dieser Tonwert nur schwach im Bild vertreten. Ist das Foto also ausgewogen belichtet, zeigt der Graph eine gleichmäßige Verteilung der Werte an, die zu den Enden hin abflachen.

Bei der Hochzeitsfotografie gibt es einen besonderen Trick: Achten Sie darauf, dass Ihr Bild minimal unterbelichtet ist. So kommen die Details im Brautkleid und beim Hochzeitsanzug des Bräutigams besser zur Geltung, da Schattierungen besser zu erkennen sind. Dies erreichen Sie, indem Sie die Tonwerte im Histogramm so justieren, dass Sie einen höheren Ausschlag auf der linken Seite erhalten. Wichtig dabei: Es darf zum Ende hin kein extremer Ausreißer nach oben zu sehen sein (also bei den Schatten). So entsteht eine minimale Unterbelichtung, die Sie im Nachgang mit Fotobearbeitungssoftware korrigieren können, mit der aber die Details vom Hochzeitskleid und die des Smokings besser zur Geltung kommen. (Sollte das Bild doch etwas zu dunkel geworden sein, können Sie nachher im Bildbearbeitungsprogramm Korrekturen vornehmen).

Tipp 3: Das Brautpaarshooting richtig vorbereiten

Wenn Sie es schaffen, sollten Sie vorab die Hochzeitslocation besichtigen, damit Sie schöne Hintergründe für das Brautpaarhooting bereits kennen und sich mit der Position der Sonne vertraut machen können. Auch der schönste Hintergrund hilft nicht weiter, wenn das Brautpaar dort die ganze Zeit während der Aufnahmen in die Sonne blinzeln muss. Suchen Sie sich einen Ort für Ihre Fotos aus, der ein wenig geschützt ist und etwas Schatten bietet (der auf dem Bild aber nicht störend wirkt) und der dem Brautpaar einen schönen Rahmen für das Hochzeitsfoto bietet. Achten Sie bei der Auswahl eines geeigneten Platzes für das Brautpaarshooting auch darauf, dass der Hintergrund „aufgeräumt“ aber nicht langweilig wirkt.

Das Brautpaar zusammen mit der Familie und Gästen fotografieren

Tipp 4: Gruppenfotos richtig planen

Das obligatorische Foto der gesamten Hochzeitsgesellschaft ist eine weitere Herausforderung, da Sie dafür Sorge tragen müssen, dass sich erstens auch wirklich alle Gäste auf dem Foto befinden und zweitens niemand blinzelt oder unvorteilhaft aussieht. Das Wichtigste ist zunächst einmal, alle Anwesenden um das Brautpaar herum zu gruppieren, so dass es im Zentrum steht und von den Hochzeitsgästen umrahmt wird. Die kleineren Hochzeitsgäste sollten dabei natürlich möglichst in den vorderen Reihen, die großen Hochzeitsgäste hinten stehen. Suchen Sie sich einen hohen (aber sicheren!) Standpunkt aus (eine Mauer, oder eine Leiter) oder benutzen Sie ein Stativ, damit Sie das Foto leicht von oben herab aufnehmen können. Das sorgt für Lebendigkeit im Bild. Damit auch alle Hochzeitsgäste die Augen auf dem Foto geöffnet haben und fröhlich wirken, empfiehlt es sich, kurz vor der Aufnahme die Aufmerksamkeit der Gäste in Richtung Kamera zu lenken. Kleine Spielzeuge die Lärm machen oder zum Beispiel eine Handhupe/Fahrradklingel können dabei helfen. Machen Sie mehrere Bilder nacheinander, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen, aber stellen Sie sich schon einmal darauf ein, dass Sie das Foto vermutlich ein wenig nachbearbeiten müssen, damit auch wirklich jeder auf der Foto so aussieht, wie Sie sich das vorstellen.

Tipp 5: Ihre Fotos sollten eine Geschichte erzählen

Ihre Fotos sollten eine Geschichte erzählen

Versuchen Sie mit Ihren Fotos eine Geschichte zu erzählen – die Geschichte des Brautpaares für dessen Hochzeit Sie fotografieren. Überlegen Sie sich genau, welche Fotomomente diese Geschichte am besten erzählen. Machen Sie neben den Fotos vom Brautpaar auch Fotos von der Vorbereitung für den großen Tag, zum Beispiel davon, wie das Makeup der Braut aufgetragen wird und davon, wie der Bräutigam seine Krawatte bindet oder in seine Schuhe schlüpft. Versuchen Sie Details und ruhige Momente vor der Hochzeit oder auf der Feier einzufangen. Vergessen Sie nicht die Einzelaufnahme des Brautstraußes oder der Hochzeitslocation ohne Gäste und versuchen Sie möglichst viele Emotionen abzulichten. Besonders diese Bilder sind es, die den unvergesslichen Moment ausmachen und die am besten das Gefühl des frischgebackenen Ehepaares transportieren.