Low Key Fotografie

Die Fotografie-Technik für lange Sommerabende und Lagerfeuerromantik.

Fototipp

#18

Was ist eigentlich Low Key Fotografie?

Low Key Fotografie ist eine Art der Fotografie, bei der Bilder erzeugt werden, in denen hauptsächlich dunkle Töne vorherrschen. Fotografen setzen die Low Key Fotografie besonders gerne ein, wenn das fertige Foto möglichst dramatisch und eindrucksvoll erscheinen soll. Während im High Key Foto das Bild (die komplette Aufnahme) absichtlich überbelichtet ist, nutzt Low Key Fotografie den Kontrast, der entsteht, wenn die Beleuchtung stark reduziert wird. Dieser Effekt wurde übrigens auch schon von den Malern der Renaissance gerne verwendet und findet sich nun in der Fotografie des 21. Jahrhunderts wieder.

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Abbildung 1 von einer Low-Key-Fotografie
Abbildung 2von einer Low-Key-Fotografie Abbildung 3 von einer Low-Key-Fotografie Abbildung 4 von einer Low-Key-Fotografie Abbildung 5 von einer Low-Key-Fotografie Abbildung 6 von einer Low-Key-Fotografie

Low Key Fotografie im Sommer

Gerade im Sommer gibt es unzählige Momente, in denen Sie sich an der Low Key Fotografie versuchen können. Wie der Name schon sagt, sollte es dazu möglichst dunkel sein. Lange Sommernächte eigenen sich daher besonders gut, sobald die Sonne untergegangen ist und nur noch wenig Umgebungslicht vorhanden ist. Auch das Equipment, das Sie dafür benötigen, ist relativ simpel: Eine helle Lichtquelle, wie zum Beispiel eine Straßenlaterne, einen Autoscheinwerfer, eine Taschenlampe oder ein Lagerfeuer und ein Stativ oder eine Möglichkeit, die Kamera abzustellen, damit nichts verwackelt, denn die Belichtungszeit muss für das Foto verlängert werden.

Und so funktioniert die Low Key Fotografie

Bei der Low Key Fotografie geht es nicht nur darum, die Hintergrundfarbe im Bild zu verdunkeln, oder ein unterbelichtetes Foto zu knipsen. Unterbelichtete Bilder sind in der Regel flach und haben keine Bildtiefe. Ihnen fehlen echte Highlights, die den Charakter der gewollten Low Key Aufnahme und des fertigen Fotos ausmachen, denn Low-Key-Bilder haben trotz ihrer dunklen Farben einen hohen Kontrast und brauchen dafür sowohl einen Anteil Weiß als auch unterschiedlich tiefe Schwarztöne.

Die richtigen Kamera- und Blitzeinstellungen

Lagerfeuer als Low-Key-Foto

Low Key Fotografie ist leider nicht mit dem Smartphone oder der Kompaktkamera möglich, wenn diese nicht über die richtige Ausstattung verfügen. Trotzdem lohnt es sich manchmal, auch mit diesen Kameras auf den Auslöser zu drücken. Dazu muss allerdings das Motiv selbst hell erleuchtet sein (wie zum Beispiel ein angestrahltes Gebäude in der Nacht). Damit die Aufnahme gelingt, sollten Sie den Blitz ausschalten und den Kontrast, den die Helligkeit des Bildmotivs mit sich bringt, nutzen.

 

Für echte Low Key Fotografie brauchen Sie eine Kamera, bei der Sie manuelle Einstellungsmöglichkeiten vornehmen können, denn der Fotoapparat muss für Low-Key Fotos im manuellen Modus (M) arbeiten. Würde man die Belichtungsautomatik nutzen, würde das Foto viel zu hell werden und auch wer einen Blitz benutzt, sollte ihn manuell betätigen und nicht im Automatikmodus arbeiten. Je nach Lichtverhältnissen sollten Sie einen ISO Wert von 100 oder 200 verwenden, da ein höherer Wert Bildrauschen im Foto verursacht und die Aufnahme unbrauchbar macht. Die restlichen Werte (Belichtungszeit und Blende) können im Anschluss an die individuelle Bildanforderung angepasst werden. Das Stativ gewährleistet, dass auch bei einer langen Belichtungszeit nichts verwackelt.

 

Während man bei beweglichen Motiven zwangläufig eine kurze Belichtungszeit wählen muss, damit das Bild durch die Bewegung nicht unscharf wird, darf die Belichtungszeit bei unbeweglichen Motiven so lange wie gewünscht gewählt werden. Manchmal kann es jedoch auch ein tolles Foto ergeben, wenn die Verschwommenheit des Bildes als künstlerischer Effekt genutzt wird, wie zum Beispiel bei einem Bild von viel befahrenen Straßen bei Nacht, wobei die Intensität der Autolichter und der Laternen und Ampel das gewisse Etwas des Bildes ausmacht.

 

Was die Blende betrifft, sorgt eine offene Blende mit niedrige Blendenzahl dafür, dass nur ein Teil des Bildes scharf ist. Eine geschlossene Blende mit hoher Blendenzahl gibt dem Bild eine durchgängige Schärfe.

 

Machen Sie einige Probeaufnahmen, um herauszufinden, welche Belichtung und Blitzstärke für Ihr Fotomotiv am besten geeignet ist und welche Bereiche des fertigen Bildes dunkel oder hell sind. Falls es zu überbelichteten Bereichen im Bild kommt, sollte der Blitz etwas weiter weg vom Fotomotiv positioniert werden. (Dies kann mit Hilfe des Histogramms geklärt werden, das anzeigt, welche Bereiche des Bildes hell oder dunkel sind.)

Tipp:

Ein besonders gut gelungenes Low Key Foto macht sich hervorragend als Wandbild, zum Beispiel auf einer Fotoleinwand.