Fotos im Sommerurlaub (Teil 1): Landschaftsfotografie

Fototipp

#10

Der Sommer steht vor der Tür und alle freuen sich schon auf eine erholsame Ferienzeit. Und wenn es dann losgeht, darf natürlich auch die Kamera nicht im Reisegepäck fehlen, um unvergessliche Sommermomente auf Bildern festzuhalten. Damit Sie Ihre Urlaubseindrücke perfekt einfangen können, liefern wir Ihnen noch wertvolle Fototipps. Im ersten Teil möchten wir ein paar tolle Tricks aus der Landschaftsfotografie vorstellen.

Kameraeinstellungen bei Landschaftsaufnahmen

Schärfentiefe: Landschaftsaufnahmen leben von der Weite. Stellen Sie sich vor, Sie stehen irgendwo an einem Strand und möchten die Weite des Meeres mit den Inseln im Hintergrund scharf fotografieren. Dann legen Sie ein besonderes Augenmerk auf die Schärfentiefe. Wenn Sie jetzt eine Kompaktkamera zur Hand haben, ist die Technik bereits auf Ihrer Seite. Denn Kompaktkameras bieten von Haus aus eine größere Schärfentiefe als Spiegelreflexkameras an. Das heißt, das Landschaftsmotiv wird auch bis zum Hintergrund noch scharf aufgenommen. Und damit nicht genug: Die meisten Kompaktkameras bieten ein Landschaftsmenü an, welches automatisch die nötigen Einstellungen vornimmt. Natürlich können Sie auch eine Spiegelreflexkamera verwenden. Hier erreichen Sie eine optimale Schärfentiefe durch das Fokussieren auf die hyperfokale Distanz. Das klingt vielleicht etwas kompliziert, doch dank der Tabellen und Rechner, die es im Internet zur Genüge gibt, können Sie den Wert in Nullkommanix ermitteln. Einfach mal in Google "Tabelle hyperfokale Distanz" suchen. Anschließend geben Sie einfach die geforderten Werte wie z.B. Brennweite, den Blendwert (z. B.: f1.8) und das Sensorenformat in den Rechner ein und erhalten das gewünschte Ergebnis. Kleiner Tipp nebenbei: Das Sensorenformat können Sie der Bedienungsanleitung Ihrer Kamera entnehmen. Bei Urlaubsreisen sind Tabellen in der Regel praktischer. Sie haben jederzeit einen schnellen Überblick über die vor Ort erforderlichen Werte.

Landschaftsaufnahme 1: Bergsee
Thumbnail von Landschaftsfoto mit Bergsee Landschaftsaufnahme 2: Kleiner Wasserfall Landschaftsaufnahme 3: Radfahrer im Abendrot Landschaftsaufnahme 4: Wellen am Strand

Objektiv: Für Landschaftsaufnahmen sind Weitwinkelobjektive meistens die erste Wahl. Wenn Sie also eine SLR-Kamera besitzen, dann greifen Sie ruhig zum Weitwinkelobjektiv, um beeindruckende Naturmotive zu fotografieren. Mit Brennweiten von bereits 8mm, 10mm oder 11mm bis zu 16mm, 20mm oder 22mm lässt sich mehr von der prachtvollen Landschaft, abbilden. Objektive mit Festbrennweiten sind wegen der guten Abbildungsleistung besonders empfehlenswert. Mit einem Standardobjektiv, das erst ab 17mm bzw. 18mm Brennweite anfängt, hätten Sie hingegen deutlich weniger Möglichkeiten. Ideal für Weitwinkel-Aufnahmen sind auch sogenannte Tilt-Shift-Objektive. Diese minimieren Verzerrungen an den Bildrändern (Shift) und optimieren die Schärfentiefe (Tilt). Mit dem richtigen Objektiv ausgerüstet, machen Sie Landschaftsfotos, die Ihre Freunde und Bekannte ins Staunen versetzen werden.

ISO-Wert:

Vermeiden Sie Bildrauschen. Denn dadurch kann die schönste Landschaftsszene regelrecht verunstaltet werden. Das Problem lässt sich tagsüber relativ leicht in den Griff bekommen, wenn Sie die ISO-Zahl möglichst klein halten. Bei Dunkelheit kann es allerdings vorkommen, dass die Belichtungszeit größer als 30 Sekunden ist. Eine Erhöhung des ISO-Wertes reduziert in diesem Fall die Belichtungszeit. (Vorsicht Verwackelung, unbedingt mit Stativ arbeiten)

Belichtungszeit:

Ein traumhaftes Wetter ist nicht immer ein Garant für gelungene Fotos. Durch das grelle Sonnenlicht können die Farben unter Umständen an Intensität verlieren. Die besten Landschaftsfotos entstehen eher in den Morgen- oder Abendstunden. Dann ist es nicht ganz so hell und schöne Farbstimmungen entstehen. Mit einem Stativ und Fernauslöser vermeiden Sie unschöne Verzerrungen. Übrigens: Die Auslöserverzögerung Ihrer Kamera ist eine gute Alternative zum Fernauslöser, falls Sie diesen nicht zur Hand haben sollten.

Bildgestaltung

Die Gestaltung Ihrer Fotos ist ein wichtiges Element für perfekte Landschaftsaufnahmen. Sicherlich kennen Sie die Bilder von faszinierenden Stränden bei Sonnenauf- oder Untergang oder Fotos von einer faszinierenden Berglandschaft im Nebel. Damit Ihre Bildmotive noch spannender wirken, möchten wir Ihnen jetzt noch ein paar gestalterische Tipps mit auf dem Weg geben.

Fotografie von einer Blumenwiese
Aufnahme von einem Lavendelfeld im Vordergrund

Der Aufbau: Die Tiefe und Weite der Landschaft im Bild verewigt – das ist das Geheimnis eines guten Landschaftsfotos. Teilen Sie daher Ihr Motiv in Ebenen ein. Der Vordergrund kann dabei vom Hauptmotiv dominiert werden. Das können interessante Objekte wie Bäume, Felsen oder größere Steinbrocken am Strand sein. Die mittlere Ebene und Hintergrund geben dem Betrachter nähere Informationen zur Umgebung.

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn das Wetter nicht 100%ig mitspielt. Auch dunkle Wolken können ein ungemein interessantes Gestaltungselement sein. Sollten Sie beispielsweise eine Klippe oder einen Felsenstrand fotografieren und das Unwetter legt sich gerade, wirkt Ihr Landschaftsfoto dadurch dramatischer. Allerdings sollten Sie Ihre Kamera während eines Unwetters ausreichend vor Regenwasser schützen, da Ihre Kamera sonst Schaden nehmen könnte.

Die Drittel-Regel

Wenn Sie Ihr Motiv horizontal sowie vertikal in drei Teile aufteilen, steigern Sie die Spannung. Ein Raster lässt sich bei vielen Kameras einblenden und erleichtert Ihnen das Platzieren der Bildelemente. Richten Sie den Horizont nach Möglichkeit an eine der beiden horizontalen Rasterlinien (oberes bzw. unteres Drittel des Bildes) aus. Dadurch erzeugen Sie einen besseren Gesamteindruck. Anders sieht es da bei Wasserspiegelungen aus. Der Spieglungseffekt kommt hier besonders zur Geltung, wenn Sie den Horizont mittig platzieren. Objekte wie Bäume oder Felsen platzieren Sie am Besten an den vier Schnittpunkten des Rasters.

Führende Linien

Führende Linien helfen dem Betrachter sich auf der Entdeckungsreise durch Ihr Foto zurechtzufinden. Gerade Diagonalen geben Ihrem Foto dabei Dynamik und Tiefe. Der Horizont dient in dem Fall als Stopplinie, welcher dem Auge einen Ruhepunkt bietet. Verschiedene Objekte wie Felder, Straßen, Bahngleise oder Flüsse, lassen sich als Führungslinien für Ihr Motiv verwenden. Auf diese Weise führen Sie den Betrachter geschickt durch Ihr Bild.

Lichtstimmung

Wie bei vielen anderen Fotos ist die Lichtstimmung bei Landschaftsmotiven ein entscheidender Faktor. Wenn Sie Ihren Lieblingsstrand oder die Berglandschaft Ihrer Wahl zu verschiedenen Tageszeiten fotografieren, werden Sie erleben, dass das gleiche Motiv bei unterschiedlichen Lichtstimmungen völlig unterschiedlich wirken kann.

Übrigens: Wasserfälle oder Flüsse lassen sich am besten mit einer langen Belichtungszeit fotografieren. Dabei wird die Bewegung des Wassers unscharf und Sie erhalten eine tolle Lichtstimmung. Experimentieren Sie auch ruhig mal mit Gegenlicht. Dadurch entstehen künstlerische Silhouettenfotos.

Panorama-Fotos

Landschaftsfotos eignen sich wunderbar für das Panoramaformat. Stellen Sie sich vor, Sie stünden auf einem Berg und möchten den gesamten Rundumblick, in nur einem Bild festhalten. Das Panoramaformat ist dazu ideal, weil es aus mehreren Einzelbildern besteht, die am PC zu einer 360°-Ansicht zusammengefügt (gestitcht) werden können. In vielen Kameras ist ein Panorama-Assistent integriert, der Ihnen die Aufnahme von Panoramabildern erleichtert. Allerdings sollten Sie immer ein Stativ zur Hilfe nehmen, da die Einzelbilder möglichst aus gleicher Höhe aufgenommen werden müssen, um unschöne Übergänge im Endresultat zu vermeiden. Schwenken Sie den Stativkopf nach jeder Aufnahme und achten Sie darauf, dass sich die Einzelbilder jeweils um ein Drittel überlappen. Die Belichtungseinstellung sollte ebenfalls gleich sein. Ihre Einzelbilder können Sie dann mit speziellen Stitch-Programmen zu einem fertigen Panoramabild zusammenfügen.

Erfolgreich fotografiert? Bestellen Sie jetzt hochwertige Abzüge