Gewitter, Nebel und Regenbogen
Fotografieren bei schlechtem Wetter

Fototipp

#14

Graue Wolken, Regen und Wind sind bestimmt kein Traumwetter zum Fotografieren. Oftmals möchte man an solchen Tagen lieber zu Hause bleiben und es sich bei einer warmen Tasse Tee so richtig gemütlich machen. Doch gerade bei schlechtem Wetter bieten sich interessante Szenen für spannende Bildmotive. Zum Beipiel, wenn der Nebel sich auf das Feld legt oder Sonnenstrahlen sich ihren Weg durch die dunkle Wolkendecke bahnen, dann können Sie atemberaubende Fotos schießen, die jeden ins Staunen versetzen. Lassen Sie sich von unseren Fototipps dazu inspirieren, auch bei schlechtem Wetter tolle Aufnahmen zu machen.

Die Farben

Regen bietet ein wunderbares Fotomotiv. Allerdings kommen die Farben bei normaler Einstellung oftmals zu wenig zur Geltung. Das schlechte Wetter lässt sie trübe und matt erscheinen. Doch mithilfe der +Korrektur gewinnen die Farben wieder an Glanz. Durch die Anpassung wird das Motiv leicht überbelichtet und die Farbstimmung gehoben. Die Korrekturen lassen sich sowohl im Blenden- oder Zeitmodus als auch im Vollautomatikmodus vornehmen. Sollten die Farben dennoch trüb wirken, können Sie mit der Bildbearbeitung nachhelfen.

Regentropfen einfangen

Regentropfen als Gestaltungselement für Fotografen

Regentropfen sind exzellente Gestaltungselemente. Ganz nach Lust und Laune können Sie entscheiden, ob Sie Tropfen- oder Fadenregen fotografieren wollen. Wenn Sie Tropfen „einfrieren“ möchten, empfiehlt sich eine Verschlusszeit von 1/250. Für Fadenregen, der sich durchs ganze Bild zieht, brauchen Sie längere Verschlusszeiten. Natürlich lassen sich auch hier wieder interessante Details herausarbeiten. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Sie einen Tropfen in dem Moment einfangen, wenn er auf einer Pfütze oder einem Teich trifft? Um diesen magischen Moment mit der Kamera zu erfassen, sollten Sie möglichst in Bodennähe fotografieren. Dadurch wirken die springenden Regentropfen noch ausdrucksvoller. Und auch Blätter, an denen der Regen abprallt, bilden ein fantastisches Motiv.

Verschiedene Motive entdecken

Fotografieren Sie Regentropfen auf einer Pflanze

Regentropfen sind ein spannendes Motiv. Jedoch gibt es noch weitere faszinierende Gestaltungsmöglichkeiten, die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten möchten. Im Fototipp 11 haben wir bereits erwähnt, dass Gewitterwolken mehr Dynamik ins Bild bringen. Aber auch Lichtspiegelungen auf nasser Straße oder Pfützen, die die Skyline reflektieren, lassen sich gekonnt für die Bildgestaltung nutzen. Und auch der Wind ist fotogen. Er gibt dem Bild mehr Spannung und verleiht Ihrem Motiv das gewisse Etwas. Doch wie fängt man eigentlich Wind mit einer Kamera ein? Ganz einfach: Arbeiten Sie mit Bewegungsunschärfen. Im Fototipp 9 können Sie nachlesen, welche Kameraeinstellungen dazu nötig sind. Zeigen Sie in Ihrem Bild die Bewegung der tanzenden Herbstblätter oder der wehenden Äste. Ihr Bild bekommt dadurch mehr Dynamik.

Mystische Stimmungen einfangen – Fotos im Nebel

Herbstlicher Wald als spannendes Fotomotiv

Den Nebel aufspüren

Der Nebel gibt Ihnen ideale Möglichkeiten, einen mystischen Effekt zu erzeugen. Besonders wenn Sonnenlicht auf den Nebel trifft, entstehen fantastische Farbeffekte. Der Nebel schimmert dann in einem leichten gelbgoldenen oder auch in einem zarten bläulichen Ton. Das wirkt nicht nur interessant, es ist auch die perfekte Kulisse für packende Fotos. Schießen Sie Bildserien. Zeigen Sie dem Betrachter Ihrer Fotos den Nebel im Zeitverlauf. Der Klassiker in der Nebelfotografie darf natürlich auch nicht fehlen: Lichtstrahlen, die sich den Weg durch die Nebelschwaden bahnen, wirken faszinierend. Hier ist die Position ganz entscheidend. Stellen Sie sich so hin, dass Sie mit dem Gegenlicht arbeiten können. So kommen die Lichtstrahlen besonders gut zur Geltung.

Die Tücken

Der Autofokus vieler Kameras kann bei Nebelmotiven schon einmal versagen. Grund dafür ist der oftmals geringe Kontrast. Fokussieren Sie daher manuell oder nutzen Sie die Hyperfokaldistanz. Im Fototipp 11 erfahren Sie weitere Informationen zur hyperfokalen Distanz. Das ist allerdings nicht die einzige Besonderheit. So muss auch die Belichtung manuell nachjustiert werden. Gewöhnlich sind die meisten Kamera-Belichtungsmesser auf eine 18-prozentige graue Fläche kalibriert. Dieser Wert ist jedoch für die meisten Nebelaufnahmen nicht zutreffend. Die Lösung ist relativ einfach: Nehmen Sie eine Belichtungsreihe auf und wählen Sie das Foto, welches am besten gelungen ist. Nun sind Sie fast am Ziel. Stellen Sie jetzt noch eine lange Belichtungszeit ein und nehmen Sie einen Weißabgleich vor. Eine lange Belichtungszeit bewirkt, dass Ihre Bilder nicht unterbelichtet sind. Durch den Weißabgleich verhindern Sie, dass die Farben später verfälscht sind. Ebenso wichtig: Verwenden Sie unbedingt ein Stativ!

Motivwahl

Der Nebel hat oft etwas Mystisches an sich. Wenn der Dunstschleier die Natur durchzieht, kommt vielen der Gedanke an Legenden oder Gruselmärchen in den Sinn. Doch auch als Gestaltungselement ist er sehr facettenreich. Die besten Chancen, um Nebel zu fotografieren, haben Sie laut Deutschem Wetterdienst im Herbst in der Nähe von Feuchtgebieten und Gewässern. In den frühen Morgenstunden herrscht die beste Lichtstimmung für Nebelaufnahmen. Die Abendstunden stellen dagegen schon eine größere Herausforderung dar. Unter Umständen kann es dann recht schwierig sein, die richtige Belichtungszeit zu finden.

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Regenbogen

Wird Sonnenlicht durch die Wassertropfen des Regens gebrochen, entsteht ein beeindruckendes Naturschauspiel, das durch seine schimmernd, leuchtenden Spektralfarben und der bogenartigen Formgebung das Auge entzückt. Wenn Sie diesen kurzen Augenblick mit Ihrer Kamera optimal festhalten möchten, gilt es Folgendes zu beachten:

Schnappschuss von einem Regenbogen

Das richtige Objektiv

Ein durchschnittlicher Regenbogen hat einen Radius von 51 Grad. Wollen Sie also den ganzen Regenbogen in seiner vollen Pracht erfassen, dann nehmen Sie am besten ein Weitwinkelobjektiv. Damit erfassen Sie dann auch wirklich jedes Detail vom Regenbogen. Bei der Bildkomposition stehen Ihnen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. Auch dann, wenn Sie gerade kein Weitwinkelobjektiv zur Hand haben. Ein Ausschnitt vom Regenbogen kann unter Umständen bereits genügen, um die Bildaussage zu unterstreichen. Möchten Sie den Regenbogen möglichst nah heranzoomen, dann ist das Teleobjektiv der ideale Helfer.

Lichtverhältnisse und der Autofokus

Vertrauen Sie beim Fotografieren von Regenbögen nicht nur auf die Automatik Ihrer Kamera. Im Automatik-Modus wird der Himmel häufig zu hell belichtet. Die Belichtungskorrektur sollten Sie folglich um eine halbe Blende nach unten korrigieren. Oder Sie belichten direkt manuell. Stichwort manuell: Auch beim Regenbogen reicht der Kontrast oftmals nicht aus. Fokussieren Sie also, wie oben beschrieben, manuell oder auf die hyperfokale Distanz. Dann klappt Ihr Regenbogenfoto wunderbar.

Das Equipment

Wenn es draußen kalt und nass ist, benötigt man kälte- und wasserabweisende Kleidung, auf diese Weise kann die fotografische Entdeckungsreise bestimmt viel angenehmer gestaltet werden. Sie lässt Ihnen auch mehr Freiraum und vor allem Zeit für die Motivauswahl. Nun muss nur noch die Kamera wetterfest verstaut werden und schon kann es losgehen. Im Internet finden Sie dazu den passenden Regenschutz für Ihre Kamera (z.B. von Ewa-Marine).