Gegen das Licht
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Fototipp

#24

Fotografieren ist Kunst und in der Kunst ist alles erlaubt. So wenden sich ambitionierte Fotografen für besondere Aufnahmen gerne gegen das Mantra, das besagt, nicht in Lichtrichtung zu fotografieren. Probieren Sie es selbst: Mit Gegenlichtkönnen Sie Ihrem Motiv markante Kontraste verleihen und so großartige Fotos schießen. Allerdings will auch diese Fotografie-Kunst gelernt sein, denn sie birgt einige Tücken, auf die wir Sie gerne aufmerksam machen möchten. Dazu geben wir Ihnen nützliche Tipps, wie sie magische Momente mit Ihrer Kamera wirkungsvoll festhalten können.

Der Effekt der Gegenlichtfotografie

Der Effekt der Gegenlichtfotografie

Gegenlichtfotografie bringt tolle Effekte hervor. Durch die spezielle Beleuchtung und das Spiel mit Licht und Schatten, erhält das Motiv einen besonders intensiven Kontrast. Bei dieser Art der Fotografie wird das Objekt von hinten beleuchtet. Durch die von hinten kommende Beleuchtung entsteht das Rim-Light („Kanten-Licht“), helle Konturen um das Motiv herum. Dadurch kann dieses zusätzlich hervorgehoben werden.

Sie sind fasziniert von Aufnahmen mit besonderer Farbgebung und aufregenden Lichtverhältnissen? Dann verleihen Sie Ihren Fotos als Acrylglas Wandbild eine angemessene Bühne und bestaunen Sie, was für eine wunderbare Wirkung Ihre Bilder haben können.

Wie ein tolles Gegenlichtfoto entsteht

Drei Faktoren sind entscheidend für die perfekte Aufnahme:

Zum einen das Motiv. Egal, ob Sie Bilder in der Natur, Portraits von Freunden oder Familienfotos schießen wollen: Mit Gegenlicht lassen sich viele Motive großartig inszenieren. Deshalb kommt es weniger darauf an, was sie genau fotografieren, sondern vielmehr darauf, was sie durch Ihre Motivauswahl bewirken. Wenn Sie beispielsweise Portraits im Gegenlicht aufnehmen, machen Sie durch Anwendung der richtigen Kniffe, Details des Portraitierten besonders gut sichtbar und verleihen ihm eine besondere Präsenz.

Auch detailreiche Aufnahmen der Natur, zum Beispiel von Sonnenstrahlen durchleuchtete Blätter, sind ein beliebtes Motiv. Durch die besondere Kontrastierung und Betonung des abgelichteten Objekts, wird eine besondere Nähe zwischen Foto und Betrachter geschaffen.

Effekt mit Gegenlicht in den Morgenstunden

Mit der Wahl des Hauptmotives, geht die Wahl einer bestimmten Kulisse oder Location einher. Sehr gefragt in der Gegenlichtfotografie ist eine natürliche Umgebung. Draußen hat der Fotograf mit der Sonne die beste Lichtquelle. Ob in der Stadt, im Wald oder am Strand, überall gibt es großartige Hintergründe für Gegenlichtaufnahmen. Bei Portraitaufnahmen empfiehlt sich ein dunkler, beziehungsweise kräftiger Hintergrund, den Naturkulissen bieten. Die Details des Portraitierten wirken so wesentlich intensiver.

Entscheidend ist bei Gegenlichtaufnahmen draußen ebenfalls der Tageszeitpunkt. Am besten gelingen sie bei Sonnenuntergang. Das Licht der Sonne hat abends eine angenehme Farbtemperatur und ermöglicht durch den Stand der Sonne zudem die Beleuchtung des Motivs von hinten. Abends sind die Belichtungsverhältnisse aufgrund der verschiedenen Stände der absinkenden Sonne sehr unterschiedlich. Ein Gegenlicht-Shooting beim Sonnen­untergang bietet sich also auch deshalb an, um viele verschiedene Fotos zu schießen. Das Zusammenspiel der Zeitpunkt- und Kulissenwahl ist also entscheidend: Großartige romantische Fotos zum Beispiel, entstehen beim Sonnenuntergang am Strand. Manche Fotografen entscheiden sich bewusst für eine „Backlight-Fotografie“ im Studio. Denn durch das Fotografieren einer Silhouette können besonders kontrastreiche Bilder mit intimer Atmosphäre entstehen.

Tipps zur Ausstattung

Porträtbild im Gegenlicht

Bei Gegenlichtaufnahmen entstehen oft sogenannte Blendenflecken („Lens flare“). Auf Ihrem Foto sehen Sie dann milchige Flecken oder kleiner werdende Lichtkreise, die oft teile des Motivs verdecken. Mit einer Streulicht- oder Gegenlichtblende können Sie diese Flecken vermeiden. Wer mit Kompakt- oder Smartphone Kameras fotografiert, kann auf ein solches Extra leider nicht zurückgreifen. Manchmal hilft es aber, das Licht mit der Hand etwas abzuschirmen. Stellen Sie sich vor, Ihre Kamera ist Ihr Auge und Sie blicken in die Sonne. Halten Sie entsprechend die Hand neben die Linse. Lens flare kann aber auch bewusst als Stilmittel eingesetzt werden. Dafür bedarf es ein wenig Geduld, damit die Flecken an den richtigen Stellen sitzen.

Für schöne und gleichmäßig ausgelichtete Portraitaufnahmen mit Gegenlicht, können Sie zu einem Aufhellblitz oder Reflektor greifen. So vermeiden Sie zu tiefe Schatten im Gesicht.

Tipp: Sie erzielen mit Backlight eine noch größere Wirkung, wenn Sie Ihr Hauptmotiv prominent in den Vordergrund holen und den Hintergrund unscharf verschwimmen lassen. Mit einer großen Blende (f/1,4-f 5,6) und Teleobjektiven kann dieser Effekt erzielt werden.

Die richtige Einstellung der Kamera für Gegenlichtaufnahmen:

Experten sind sich einig: Für Gegenlicht-Aufnahmen ist die Automatik-Einstellung der Kamera ungeeignet. Mit Backlight fotografieren Sie also am Besten im manuellen Modus. Passen Sie zum Beispiel den ISO-Wert an, dieser sollte niedrig eingestellt sein; Richtwert ist ISO 100. Der ISO-Wert beschreibt die Lichtempfindlichkeit. Da Sie gegen das Licht fotografieren, sollte der Wert also nicht zu hoch eingestellt sein. Durch Verwendung des Teleobjektivs erzeugen Sie einen unscharfen Hintergrund. Testen Sie die Brennweite aus und finden Sie so den idealen Bildausschnitt.

Tipp: Manchmal hilft ein Wechsel der Perspektive weiter. Besonders bei der Gegenlichtfotografie mit geringer ausgestatteten Kameras, kann ein kleiner Schritt zu weit nach links oder rechts dafür sorgen, dass Ihr Motiv kaum erkennbar ist. Probieren Sie also aus, wie Sie am besten zu Ihrem Motiv stehen.
Meditation vor dem Sonnenuntergang

Was Sie meiden sollten:

1) Vermeiden Sie als Fotograf den Blick in die Sonne. Das passiert natürlich schnell, wenn sich das Motiv direkt in der Sonne befindet.

2) Platzieren Sie das Motiv nicht zwangsweise direkt vor der Lichtquelle. Der Backlight-Effekt würde dadurch sehr hart. Schönere Effekte erzielen Sie, wenn das Motiv ein wenig versetzt zur Sonne steht oder die Sonne zusätzlich von anderen Objekten (zum Beispiel Bäumen, Hauswänden etc.) verdeckt wird.

3) Machen Sie kein Gegenlicht-Shooting am Mittag. Die Mittagssonne steht senkrecht und ist zudem sehr grell. Das birgt eher Nachteile. Um das Gegenlicht als Stilmittel einzusetzen, müssten Sie aus der Froschperspektive fotografieren. Zudem wären Ihre Bilder vermutlich überbelichtet, Ihr Motiv dafür viel zu dunkel und kaum zu erkennen. Ebenso würden durch die Lichtquelle starke Schatten geworfen. Das ist vor allem bei Portraits unschön, da Schatten im Gesicht zum Beispiel unterhalb der Nase oder in den Augenhöhlen entstehen.

Selfies mit Gegenlicht:

Bei einem malerischen Sonnenuntergang ist auch die Smartphone-Kamera schnell gezückt. Ein Selfie mit „Backlight“ wirkt großartig als neues Profilbild für Facebook, Instagram und Co. Und das Beste: Durch leichtes Drehen und Neigen, finden Sie schnell den perfekten Winkel Ihrer Kamera für die Lichtverhältnisse der sinkenden Sonne.

Gegenlichtfotografie mit dem Smartphone

Gelungene Backlight-Aufnahmen erfordern Geduld und ein wenig Übung. Machen Sie also am besten viele Aufnahmen und probieren Sie sich an den verschiedenen Lichtverhältnissen und Perspektiven. Nutzen Sie die lange Phase eines Sonnenuntergangs für tolle Aufnahmen mit verschiedenem Licht und schießen Sie möglichst viele Aufnahmen. Denn was nicht auf Anhieb wunschgemäß aussieht, kann später am Computer leicht nachgebessert werden: In jeder gängigen Bildbearbeitungssoftware lassen sich Bilder ohne viel Aufwand aufhellen oder mit Farbfiltern aufwerten. Und wenn Sie dann mit der Bildqualität vollends zufrieden sind, dann vereinen Sie Ihre schönsten Aufnahmen in einem Fotoalbum - am besten in einem Fotobuch brillant mit original FUJIFILM Fotopapier. Damit kommen die starken Kontraste einfach perfekt zur Geltung.