Ostern kommt mit großen Schritten auf uns zu und dieses Fest ist nicht nur für Kinder ein großer Spaß. Auch die Fotografie-begeisterten Großen kommen voll auf ihre Kosten, denn sowohl die bunten Ostereier, als auch die begeisterten Kindergesichter bieten tolle Bildmotive. Im Fototipp Makroaufnahmen Blumen und Blüten haben wir Ihnen bereits gezeigt, wie man tolle Blumenaufnahmen machen kann. Jetzt möchten wir Ihnen Tipps geben, wie Sie Ihre Osterfotos perfekt in Szene setzen können.

Bewegungen gekonnt einfangen

Das Foto zeigt ein spielendes Kind auf einer Wiese

Während unbewegliche Objekte relativ leicht zu fotografieren sind, ist es bei den kleinen Models oft recht schwierig, denn die halten leider nicht immer ganz so still, wie man das gerne hätte. Schnell können Bewegungsunschärfen entstehen, die trotz schönstem Motiv das Bild unbrauchbar machen. Verwenden Sie daher kurze Verschlusszeiten, um unschöne Überraschungen zu vermeiden. Die Verschlusszeit hängt dabei von der Bewegungs- geschwindigkeit und der Bewegungs-richtung des Motivs ab. Bewegt sich Ihr Kind – oder wahlweise der Osterhase – quer zur Kamera, dann muss eine kurze Verschlusszeit gewählt werden, damit die Kamera schnell auslöst. Beim Fotografieren von Kindern ist daher eine Verschlusszeit von 1/250 Sekunden bis 1/500 Sekunden empfehlenswert.

Merke: Kurze Verschlusszeiten frieren die Bewegung ein. Lange Verschlusszeiten werden hingegen eingesetzt, um die Dynamik der Bewegung einzufangen.

Kurze Verschlusszeiten einstellen

Da nicht jeder seine Kamera bis ins kleinste Detail kennt, wollen wir Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten, wie man die Verschlusszeiten leicht einstellen kann. Bei vielen Kameramodellen ist es möglich, kurze Verschlusszeiten über die Erhöhung der ISO-Zahl einzustellen oder über das Öffnen der Blende.

Dabei haben Sie verschiedene Einstellmöglichkeiten. Die Blendautomatik (TV, T) bietet Ihnen dabei mehrere Blendstufen zur Auswahl an. Bei der Zeitautomatik (AV, A) wird die Belichtungszeit durch die Voreinstellung von Blenden und ISO-Wert erreicht. Wichtig sind jedoch auch die Lichtverhältnisse: Ändern sie sich, kann es unter Verwendung der Zeitautomatik zu Bewegungsunschärfen kommen, da die Belichtungszeit durch die Zeitautomatik verlängert wird.

Bei Verwendung einer Kamera mit Blendautomatik gibt es hingegen häufiger Probleme mit unter- oder überbelichteten Bildern.Um ein optimales Ergebnis zu erreichen, sollten Sie ruhig die verschiedenen Einstellmöglichkeiten Ihrer Kamera genau testen und ausprobieren, wie Ihre Kamera sich verhält. So gelingen Ihnen optimale Osterfotos, an die Sie sich gerne zurückerinnern.

Kreativ mit Bewegungsunschärfen

Bewegungsunschärfen sind allerdings nicht immer unbedingt ein Ärgernis. Manchmal werden sie auch als Stileffekt eingesetzt und es entstehen charakterstarke Bilder. Wenn sie also gerne den Osterhasen auf der Flucht fotografieren möchten und statt eines statischen Bildes ein lebhaftes Bild bevorzugen, sind Bewegungsunschärfen optimal, denn sie machen die Bewegung erst so richtig sichtbar.

Beim Fotografieren von Bewegungsunschärfen gehen Sie genau umgekehrt vor. Stellen Sie eine möglichst lange Verschlusszeit ein. Die fängt wie bei den alten Analogkameras mit Film die Bewegung als "Wischer" im Bild mit ein. Dabei können Sie auf verschiedene Art und Weise vorgehen.

Bewegungen mitverfolgen

Tiere in Bewegung fotografieren

Vollziehen Sie mit Ihrer Kamera die Bewegung Ihres Motivs parallel mit. Starten Sie dabei schon vor dem Auslösen und stoppen Sie erst, wenn die Belichtung abgeschlossen ist. Dadurch entsteht ein unscharfer Hintergrund. Das bewegte Motiv bleibt jedoch scharf. Geschwindigkeit lässt sich so wunderbar im Bild festhalten und auch die Kids können auf den Bildern erkennen, wie schnell sie bei der Eiersuche unterwegs waren. Allerdings erfordert diese Technik ein wenig Übung, deshalb gilt: Am besten vorher mehrmals ausprobieren!

Tipp: Sollten Sie statt Ihres Kindes lieber den Osterhasen fotografieren wollen, könnte es mitunter schwierig sein, die Bewegung parallel mitzuziehen, da Hasen noch unberechenbarer sind und oft unvorhersehbar die Richtung wechseln.

Tiefenwirkung durch Zoomen

Lebendige Kinderporträts im Freien

Mehr Tiefe für Ihre Bilder! Für spannende Tiefeneffekte fotogra- fieren Sie Ihr Kind in der Bewegung und benutzen dabei gleichzeitig den Zoom. Dadurch erzeugen Sie einen Bewegungs- eindruck in die Tiefe, bei dem die Unschärfelinien zur Bildmitte hin verlaufen. Falls Sie lieber manuell arbeiten möchten, erreichen Sie den gleichen Effekt durch das schnelle Mitbewegen Ihrer Kamera – bei langsamer Bewegung verliert er seine Wirkung.

Wichtig dabei ist, dass sich das Motiv immer im Zentrum der Aufnahme befindet. Außerdem sollten Sie den Autofokus ausschalten und manuell fokussieren, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Im Idealfall ist das Fotomotiv so zu den Ecken hin verwischt aber trotzdem teilweise scharf.

Ist Ihnen das Bild noch zu scharf, sollten Sie die Verschluss- zeiten verringern und im Umkehrschluss die Verschlusszeiten erhöhen, wenn das Bild zu verwischt wirkt.

Der Wischeffekt

Der Wischeffekt ist ein beliebtes Stilmittel der Fotografen, die es einsetzen, um beispielsweise belebte Straßen nachts zu fotografieren. Solche Bilder sind spannend und eindrucksvoll zugleich, denn sie vermitteln dem Betrachter das Gefühl, gerade jetzt in diesem Moment live mit dabei zu sein. Doch nicht nur belebte nächtliche Straßen kommen damit gut zur Geltung, auch für das Festhalten von Ostererinnerungen eignet sich der Wischeffekt hervorragend. Wichtig dabei: Die Kamera muss möglichst ruhig gehalten werden! Daher ist es am einfachsten, ein Stativ zu verwenden und sehr geduldig zu sein. Fotografieren Sie mit einer langen Belichtungszeit. Motive, die sich während der Belichtungszeit bewegen, erzeugen dabei selbstständig genau die Bewegungsunschärfen, die das Bild besonders machen. Dabei hängt die Unschärfe von der Bewegungsgeschwindigkeit und der Belichtungszeit ab.

Tipp: Experimentieren Sie mit den Verschlusszeiten! Durch eine zu lange Verschlusszeit werden die Bilder so verschwommenen, dass nur noch ein undefinierbarer Streifen zu sehen ist und ist die Verschlusszeit zu kurz gewählt, ist das Motiv gestochen scharf und der Effekt dahin.
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